Buchhandelsschüler – nicht nur bei Goethe und Schiller in Weimar

Es war endlich so weit. Nach langer Organisationsphase und Wartezeit (in etwa so angenehm wie im Wartezimmer des Zahnarztes) konnte es endlich losgehen. Alle noch nicht ausgeräumten Zweifel und alle übrig gebliebenen Fragen deren Menge x sich auf etwa null belief, wurden kurzentschlossen über Bord geworfen und hinter uns gelassen. Wann genau Abenteuer Weimar begann lässt sich im Nachhinein kaum definieren. War es der Moment in dem der erste anfing seinen Koffer zu packen? War es der Moment in dem sich der erste in das Fahrzeug seiner Wahl setzte? War es der Moment in dem das erste Auto vollgetankt wurde? War es der Moment in dem die Schock-Nachricht eintraf: ein Gruppenmitglied ist krank und muss in den eigenen vier Wänden der Magie von Goethe und Schiller auf den Grund gehen? Die Antwort darauf bleibt wohl für immer im Dunkeln.
So allerdings nicht unsere Fahrt, welche sich unter strahlendem Sonnenschein vollziehen ließ. Um nicht viele Worte darüber zu verlieren: für jeden von uns verlief die Fahrt fast einwandfrei und es war auch für jeden von uns (ob mit Rätselheft oder großem Snackkorb) gut gesorgt. Wie vereinbart trafen wir uns um 14 Uhr und mussten feststellen, dass wir die Personenstärke einer Großfamilie hatten. Wahrscheinlich wurden wir auch aus diesem Grund im Laufe der Tage komisch angeschaut, wenn wir von uns als Klasse sprachen. Nach Bezug oder vielmehr Beschlagnahmung der Ferienwohnung stand schon der erste Programmpunkt an. Noch auf dem Weg dorthin verliebten wir uns allesamt in den Charme, der in jeder Ecke der Stadt steckt, uns unentwegt Handküsse zuzuwerfen schien und uns Sirenengleich vom rechten Weg lockte. Und hier hörte der Zauber noch lange nicht auf, Anna Amalia zog uns mit ihrer Bibliothek in den Bann, Franz Liszt umgarnte uns mit seinem Aussehen (allerdings nur in jungen Jahren) und Goethe und Schiller luden uns ein zu einem Streifzug durch ihre Welt.
Es sind Momentaufnahmen die haften bleiben, Gedankenfetzen und keine chronologischen Abläufe. Daher lieber ein kleiner Einblick in das was wirklich wichtig ist (auch wenn es vielleicht nicht so scheint) als ein stures Auflisten der Programmpunkte, welche schon bei der alleinigen Erwähnung Weimars ins Pflichtprogramm rutschen.
Die Sonne, wie sie in den Garten vor dem Liszt-Haus viel. Die Blicke der Passanten, wenn dem Mitschüler wieder etwas unterstellt wurde. Die Entdeckung von einem grandiosem und auch noch billigem Café, in dem selbst unsere kleine Gruppe kaum Platz fand. Ausrufe der Entrüstung von Touristen, die nicht lesen können, wenn in Ihrer Nähe gesprochen wird. Schilder um Schilder um Schilder, wo immer ein halbwegs bekannter Mensch einmal hingetreten war. Eine gemütliche Gesprächsrunde bis tief in die Nacht. Das kleine romantische Café, versteckt hinter zehn Ecken in einem Garten. Philosophische Höchstleistungen in einem Raum voller Bedeutung. Die kleine und doch riesengroße, wunderschöne Bibliothek einer bemerkenswerten Frau. Der große Park mit Ausblick auf Goethes Gartenhaus. Gemeinsames speisen und eine Runde Stadt-Land-Fluss mit den Lehrern. Die vielen Lacher und Momente der Freude. Die Besonderheiten jeder besuchten Buchhandlung in Weimar. Der Krawattier. Flora (und Fauna). Die Verschiedenheit der Geschmäcker von Goethe und Schiller, auf ihre Einrichtung bezogen. Der Zitat Generator im Goethemuseum (s.Bild).
Und so verbrachten wir die Tage. Den Moment lebend und genießend, mit einem Highlight nach dem anderen. Jeder von uns wäre wohl gerne noch geblieben.
Am Mittwoch war es dann schon an der Zeit Abschied zu nehmen, jedoch nicht ohne das Versprechen, eines Tages wiederzukommen und erneut durch die Gassen zu wandeln. Nach einem letzten Kaffee ging es los, hinein in das Unwetter und den Platzregen, hinein in das Zugchaos und Bahnhöfe die nur zum Umsteigen gut sind und hinein in die Baustellen und in den Stau.
Es sei noch hinzugefügt, dass alle wohlbehalten und mit einem Lächeln auf den Lippen angekommen sind.
Annika Oltmanns

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