Die Klasse BKS2B liefert das Intro zur Gedenkfeier von Fritz Kerr

Aufführung im Theater Rampe! (Foto: Rado)

Der österreichische Fußballtrainer und Sportlehrer Fritz Kerr trainierte die Stuttgarter Kickers dreimal erfolgreich. Im Mai 1933 wurde er allerdings «aus rassischen Gründen» entlassen und ins Gefängnis gesteckt. Es gelang ihm zu fliehen und später durch seine Flucht nach Argentinien mit seiner Schweizer Gattin Elsa (die ihre Schweizer Staatsbürgerschaft wegen ihrer Heirat mit einem Ausländer verlor) den Krieg zu überleben. 1951 kehrte die Familie (1943 war die Tochter Katharina geboren) nach Europa zurück und Kerr trainierte sodann verschiedene Fußballclubs, wurde später in seiner Heimatstadt Wien von der dortigen Israelitischen Kultusgemeinde angestellt und starb 1974 im Pflegeheim der Kultusgemeinde.

«Hat die Nazizeit noch etwas mit euch zu tun?» So fragte der Theaterpädagoge an der Cotta-Schule Manoel Tavares die Leistungssportler der Klasse BKS2B, die ein Theaterstück nach der Biografie von Fritz Kerr einüben sollten. Zuerst fanden die Schülerinnen die Frage etwas daneben («Nazizeit? Schon lange vorbei, was hat das mit uns zu tun?»), im Verlauf der Proben aber wurde ihnen klar, dass diese Biografie sehr wohl für sie wichtig ist: Sie motiviert für das Engagement gegen Rassismus.

Am 5. Juni fand dann also im Theater Rampe in Stuttgart an einem sehr gut besuchten Erinnerungsabend für Fritz Kerr und für den jüdischen Leichtathleten Erwin Scheck eine Aufführung der Cotta-Schülerinnen statt, danach ein Podiumsgespräch mit dem Kickers-Präsidenten Rainer Lorz, Katharina Kerr und einem Enkel von Erwin Scheck. Ein Höhepunkt dieser Diskussion war die Mitteilung von Andreas Langen von der Initiative Stolpersteine, dass die Stadt Stuttgart eine Straße bei dem Stadion der Kickers in ´Fritz-Kerr-Straße` umbenennen will. Schon nächstes Jahr soll die Einweihung stattfinden. Am Ende der Aufführung verbeugten sich die Schauspieler der Cotta-Schule und sprachen im Chor: «In Erinnerung an Fritz Kerr versprechen wir, „Für immer, nein zu Rassismus“.»

Wie es soweit gekommen war: Im Rahmen des GK-Unterrichts setzen sich die SuS mit dem Themengebiet Sport und Politik auseinander. Vertieft wurde die Frage, wie sich Sportvereine mit ihrer Geschichte auseinandersetzen. Dazu wurden die Stuttgarter Kickers ausgewählt, da es bei den Blauen aus der Fanszene heraus eine engagierte Auseinandersetzung mit diesem Thema gibt. Dabei kam dann auch die Ausstellung "Heimat Kickers" an die Schule.

Exemplarisch wurde das Leben von Fritz Kerr, als ehemaligem jüdischer Trainer der Kickers, ausgewählt und erarbeitet. Kerr wurde wie bereits erwähnt 1933 nach der sogenannten "Stuttgarter Erklärung" aus dem Verein ausgeschlossen. Die Biographie von Fritz Kerr wurde von den SuS der BKS2B gemeinsam mit dem Theaterpädagogen Manoel Tavares in einem Theaterstück veranschaulicht und dieses im Juni uraufgeführt.

Das Stück soll über die Sommermonate weiterentwickelt und Anfang Oktober 2024 im Hotel Silber noch einmal aufgeführt werden. Eine tolle Sache für die Schüler, Geschichte so nah und intensiv zu erleben. (RAF)

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